
Polizei stellt die Unfallhäufungsstellen und Änderungen vor
An diesen Stellen kracht es besonders häufig
Jeder Verkehrsunfall ist einer zu viel: Insgesamt gab es in Herne im Jahr 2024 davon 5.974, davon 414 mit Personenschaden. Eine Person kam ums Leben (halloherne berichtete). Die Polizei Bochum, die die Verkehrsunfallstatistik ermittelt, verfolgt aber auch sogenannte Unfallhäufungsstellen. Wo kracht es in Herne am häufigsten?
Werden in einem Zeitraum von einem Jahr bzw. drei Jahren festgelegte Richtwerte erreicht oder überschritten, so informiert die Polizei die Straßenverkehrsbehörden und, falls erforderlich, auch andere Träger der Verkehrssicherheit.
Neun Unfälle in drei Jahren an der Berliner Straße/ Hauptstraße
Insgesamt gibt es in Herne 18 solcher identifizierter Stellen, im Jahr 2023 waren es noch 15. Besonders betroffen ist die Kreuzung Berliner Straße/ Hauptstraße in Wanne. Seit Anfang 2022 bis Ende 2024 hat es dort neun dokumentierte Unfälle gegeben. Bei einem wurde eine Person schwer verletzt, sechs Mal kamen die Betroffenen mit leichten Verletzungen davon. Zwei Mal wurde „schwerwiegender Sachschaden“ vermerkt.
An der besagten Kreuzung kämen besonders viele Verkehrsteilnehmer zusammen, erläutert Michael Ochman von der Führungsstelle Direktion Verkehr. „Autos, Radfahrer, Fußgänger, Busse und Straßenbahnen bilden eine große Gemengelage“, zählt er auf. Außerdem habe es an dieser Stelle lange Zeit eine Baustelle der Emschergenossenschaft gegeben, durch die die Verkehrsführung verändert war - diese könnte zu den Unfällen beigetragen haben. Fünf der neun Unfälle seien in der Zeit der Baustelle passiert.
Viele Abbiegeunfälle

Eine sogenannte Unfallkommission soll hierzu noch tagen und mögliche Verbesserungen erörtern und beschließen. Als erkannte Faktoren für die Vielzahl an Kollisionen werden Abbbiegeunfälle, unter anderem mit Rad- und Pedelecfahrern sowie mit Fußgängern als auch Rotlichtverstöße genannt. „Wir hoffen, diese Stelle anschließend in den Griff zu bekommen“, sagt Ochman.
Ein weiterer Unfallschwerpunkt ist die Ecke Westring/ Bergelmanns Hof in unmittelbarer Nähe des Herner Rathauses. Hier wurden zwischen 2021 und Ende 2023 drei Unfälle mit leicht verletzten Personen verzeichnet. Als erkannte Faktoren für diese Stelle heißt es von der Polizei: „Rechtsabbiegende Pkw (in Richtung Herner Bahnhof, Anm. d. Red.) kollidieren mit in falscher Fahrtrichtung fahrenden Rad- und Pedelecfahrern auf dem dortigen Radfahrstreifen.“
Neues STOP-Schild sorgt für Verbesserungen
Hierzu hat die Unfallkommission bereits getagt. Es wurde beschlossen, dass ein STOP-Schild aufgestellt und Haltlinie aufgemalt wird. Danach hätten sich laut Polizei dort keine Unfälle mehr ereignet, sodass diese Unfallhäufungsstelle in der nächsten Sitzung als abgeschlossen angesehen werden kann.
Weitere Stellen, die 2024 gemeldet wurden: Die T-Kreuzung Cranger Straße/ Rottstraße/ Heerstraße als auch die T-Kreuzung Holsterhauser Straße/ Sodinger Straße/ Bochumer Straße, beide sind jeweils von Unfällen mit Rad- und Pedelecfahrern, als auch von E-Scooter-Fahrern, betroffen.
Ebenso soll es an der Ecke Dorstener Straße/ Bielefelder Straße zu einer Häufung an Unfällen mit Rad- und Pedelecfahrern als auch E-Scooter-Fahrern kommen. Hier sind ebenfalls auch Fußgänger häufiger betroffen. Wie oft es an den genannten Stellen kracht, veröffentlichte die Polizei jedoch nicht.