
Doch wo waren die Menschen-Massen?
Die 22. lange Nacht der Industriekultur
Verteilt über acht Stunden lockte am Samstag (1.6.2024) die 22. Nacht der Industriekultur die Menschen hinaus ins kulturelle Leben. Auch Herne war mit zwei Spielorten dabei: Das LWL-Museum für Archäologie und auch die Flottmann Hallen hatten sich aufgehübscht und warteten auf die Besucher. Unser halloherne-Fotograf Björn Koch war vor Ort, hat Fotos mitgebracht und – tja, er war enttäuscht.
„In Herne war es wohl eher Schicht am Schacht, statt Extraschicht“, sagte er. Denn er fand: „Beide Spielorte waren im Gegensatz zu den Vorjahren eher mäßig besucht.“ Seine Vermutung: „Wahrscheinlich haben die Menschen lieber dem runden Ball zugeschaut, als der Kultur.“
Flottmann-Hallen

Dabei hatten sich beide Herner Spiellorte wieder einiges einfallen lassen. Die Verantwortlichen der Flottmann-Hallen ließen in diesem Jahr die Bühne quer zu den Hallen, auf der großen Wiese aufbauen. Hier hieß das Motto: Menschen, Musik, Sensationen und das Wetter wird halten. Nach bewährter Manier präsentierten die Flottis zur ExtraSchicht ihre Vielfalt an kulturellen Highlights und Sparten.
So zeigten die Tridiculous gut alle 90 Minuten Artistik, Beats und Comedy. Auf der Außenbühne spielte das Rock'n'Roll-Quintett Boppin’B. Das theaterkohlenpott führte musikalische Höhepunkte aus seinem aktuellen Stück „Troja! Blinde Passagiere im Trojanischen Pferd“ vor. In der Turnhalle präsentierten die Aikidoka ihren Sport auf der Matte. Und die Kopfhörer-Party, die startet in diesem Jahr ab circa 22 Uhr.
Archäologie-Museum

Im Museum für Archäologie und Kultur sollte das Programm um 18 Uhr starten, das in diesem Jahr im Zeichen der Moderne stand. Hier war unser Fotograf erst recht enttäuscht. „Als ich um circa 21:30 Uhr ankam, war zum Beispiel die Beleuchtung noch im Aufbau, die dann erst gegen 23 Uhr losging." Sichtbar wurden mit Einbruch der Dunkelheit auf der Museumsfassade bewegte Bilder, die das Ruhrgebiet, wie es vor 100 Jahren war, zum Leben erweckten.

Stündliche Führungen zu den Highlights der Sonderausstellung 'Modern Times', die gab es von Anfang an. Allerdings aus Mangel an den vielen Besucher (der Vorjahre), war das Interesse auch hier überschaubar. Im Café konnten sich Fußballbegeisterte das Champions-League-Finale Dortmund - Real Madrid anschauen. Die Band Lou’s The Cool Cats sorgte im Innenbereich mit Swing und Jazz für musikalische Zeitreisen.