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In George Balanchines „Rubies“: Simone Messmer und das Ensemble Ballett am Rhein.

Vielfalt der Neoklassik

Drei Meis­ter – Drei Wer­ke

Mit „Drei Meister – Drei Werke“ hat die Rheinoper eine Erfolgschoreografie aus der letzten Spielzeit des Ballettdirektors Demis Volpi wiederaufgenommen, die unterschiedlichste Facetten des neoklassizistischen Tanzes präsentiert mit Arbeiten von George Balanchine, Hans van Manen und William Forsythe. Neu einstudiert mit dem in großen Teilen neu formierten Ballett am Rhein unter der nach Nordrhein-Westfalen zurückgekehrten, ebenfalls der Neoklassik verbundenen Chefchoreografin Bridget Breiner gab es bei der Premiere am 18. Januar 2025 im Theater Duisburg nach gut zwei Stunden stehende Ovationen. Da einiges improvisiertes Material in den Stücken der sich im Übrigen gegenseitig beeinflussenden Choreografen steckt, kann durchaus von einem neuen Abend gesprochen werden mit den Duisburger Symphonikern unter der Leitung von Christoph Stöcker.

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George Balanchine: Rubies

Frech und feurig geht es mit George Balanchines Choreographie „Rubies“, Mittelteil seines 1967 vom New York City Ballet uraufgeführten Abends „Jewels“ los, wobei bereits die rubinroten, mit funkelnden Plastiksteinen geschmückten Kostüme der späteren Oscar-Preisträgerin Karinska für spontanen Szenenapplaus sorgen. Zu Igor Strawinskys Capriccio für Klavier und Orchester, das 1929 Elemente des Ragtime, des ihm nachfolgenden Jazz und der aufkommenden Broadway-Musicals aufnahm, wirbelt ein 15-köpfiges Ensemble, aus der Urbesetzung noch Pedro Maricato dabei, auf Spitze über die Bühne. Bevor Simone Messmer und Orazio Di Bella mit einem kraftvollen und doch eleganten Pas de deux die beginnende Hochphase des rheinischen Karnevals einzuläuten scheinen mit seinem an eine Uniform erinnernden Kostüm und ihrem glitzernden Krönchen auf dem Haupt.

Hans van Manen: Visiones Fugitives

In Hans van Manens „Visions Fugitives“: Elisabeth Vincenti, Skyler Maxey-Wert, Svetlana Bednenko, Vinícius Vieira, Sara Giovanelli und Nelson López Garlo (v.l.).

„In jeder flüchtigen Erscheinung sehe ich Welten, voll vom Wechselspiel der Regenbogenfarben“: Diese Gedichtzeile inspirierte Sergei Prokofjew 1917 zu seinen „Visiones Fugitives“, op. 22. Aus den zwanzig für Klavier komponierten Musikfragmenten wählte Hans van Manen 16 als Ausgangspunkt für seine gleichnamige Choreografie, die 1990 am Nederlands Dans Theater herauskam in einer Fassung für Streichorchester von Rudolf Barschai. Binnen kaum dreißig Minuten entfalten die drei Paare der Originalbesetzung in körperbetonten, scheinbar geriffelten Trikots Keso Dekkers die ganze Welt des Tanzes. Dabei spielt das hier von beiden Seiten kommende Licht eine große Rolle: Fließende, an Schlittschuhläufer auf den winterlich-zugefrorenen holländischen Kanälen erinnernde Bewegungen werden von neckischen Blicken ins Parkett begleitet, elegische Soli werden zu temporeichen Gruppen und münden in ein Ensemble, das an Eadweard Muybridges frühe, circensisch anmutende Bewegungsstudien seiner Chronofotografie-Experimente der 1870er Jahre erinnert. Aus abstrakten Miniaturen werden so sehr konkrete Bilder und Interaktionen.

William Forsythe: Enemy in the Figure

In William Forsythes „Enemy in the Figure“: Márcio Mota und Sophie Martin.

Die Zeichnung „Leakage“, eine utopische, nicht zur praktischen Umsetzung gedachte Arbeit des Architekten Daniel Libeskind von 1979, inspirierte William Forsythe 1989 zum dreiteiligen Abend „Limb’s Theorem“ für „sein“ Ballett Frankfurt/Main. Dessen Mittelteil mit dem verrätselten Titel „Enemy in the Figure“ („Der Feind im Bild“) beschließt den völlig zu Recht gefeierten Abend des Balletts am Rhein zu gewaltigen Rhythmen der diesmal vom Band kommenden elektronischen Musik des Niederländers Thom Willems. Schwarz und weiß, Licht und Schatten sind die bestimmenden Elemente für höchst abwechslungsreiche Soli, Paare und einem großen Gruppenfinale des elfköpfigen Ensembles, dem mit Sara Giovanelli, Elisabeth Vincenti und Gustavo Carvalho noch drei Tänzer der ursprünglichen Besetzung angehören. Der nicht einsehbare Teil der Bühne hinter einer schräg gestellten wellenförmigen Holzwand mit nur einen schmalen Durchlass zur rechten Bühnenseite erinnert an die „Voids“ genannten Leerstellen in Libeskinds Jüdischem Museum Berlin, das jedoch erst 2001 eröffnet wurde.

Die nächsten Vorstellungen im Theater Duisburg

Karten sind unter theater-duisburg.de oder per Tel 0203 - 28362100 erhältlich.

  • Sonntag, 26. Januar 2025, 18:30 Uhr
  • Freitag, 31. Januar 2025, 19:30 Uhr (im Anschluss Nachgefragt)
  • Sonntag, 2. Februar 2025, 18.30 Uhr
  • Sonntag, 30. März 2025, 18:30 Uhr
  • Freitag, 11. April 2025, 19:30 Uhr
April
11
Freitag
Freitag, 11. April 2025, um 19:30 Uhr Theater Duisburg, Opernplatz (Neckarstraße) 1, 47051 Duisburg
Vergangene Termine (3) anzeigen...
  • Sonntag, 26. Januar 2025, um 18:30 Uhr
  • Freitag, 31. Januar 2025, um 19:30 Uhr
  • Sonntag, 2. Februar 2025, um 18:30 Uhr
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Die nächsten Vorstellungen im Opernhaus Düsseldorf

Karten sind unter operamrhein.de oder per Tel 0211 - 8925211 erhältlich.

  • Freitag, 24. Januar 2025, 19:30 Uhr
  • Mittwoch, 29. Januar 2025, 20 Uhr
  • Samstag, 8. Februar 2025, 19.30 Uhr
  • Freitag, 21. Februar 2025, 19.30 Uhr
  • Donnerstag, 17. April 2025, 19.30 Uhr
April
17
Donnerstag
Donnerstag, 17. April 2025, um 19:30 Uhr Deutsche Oper am Rhein, Heinrich-Heine-Allee 16a, 40213 Düsseldorf
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  • Freitag, 24. Januar 2025, um 19:30 Uhr
  • Mittwoch, 29. Januar 2025, um 20 Uhr
  • Samstag, 8. Februar 2025, um 19:30 Uhr
  • Freitag, 21. Februar 2025, um 19:30 Uhr
Montag, 20. Januar 2025 | Autor: Pitt Herrmann