
Bochumer und Herner Ausbildungsmesse mit über 1.000 Schülern
Handwerk erleben und Zukunft gestalten
Am Donnerstag (20.3.2025) fand in der Alten Lohnhalle Wattenscheid in Bochum eine Ausbildungsmesse zum Handwerk statt. 40 Unternehmer sowie mehr als 1.000 Schüler nahmen daran teil. Organisator der Veranstaltung war die Bochumer Agentur für Arbeit.
Viele Handwerksbetriebe suchen noch händeringend nach dem passenden Nachwuchs für ihren Betrieb. Die Chancen für junge Menschen in diesem Bereich Fuß zu fassen sind gut. Anders als in der Industrie oder der Verwaltung gelten im Handwerk keine strikten Bewerbungsdeadlines. Es sind noch viele offene Ausbildungsstellen zu besetzen.
Auf der Messe in der Alten Lohnhalle konnten sich die Jugendlichen umsehen, informieren und auch ausprobieren. Es hämmerte, knallte oder surrte. Hier wurde repariert und kreiert. Viele Stände brachten Werkzeug und Material mit. Bühne frei für jeden, der sich traute, hieß es.
Friseur, Bäcker, Lüftungsbauer und mehr
Angefangen vom Haareschneiden beim Friseurhandwerk über den Bäcker bis hin zum Kälte- und Lüftungsbauer, der über seinen Beruf berichtete, die Messe bot allen Interessierten - Mädchen wie Jungen - ein umfassendes Angebot an Ausbildungsberufen. Auch ein Stand von Frauen für Frauen im Maurerhandwerk zeigte, was gelernt werden muss in diesem Gewerk. Wer wollte, konnte gleich ein Gespräch beginnen oder Bewerbungsfotos bei der Agentur für Arbeit anfertigen lassen.
Für Christopher Meier, Vorsitzender Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Bochum, sind Ausbildungsmessen für Jugendliche unabdingbar und wichtig: „Sich frühzeitig über verschiedene Berufsbilder zu informieren und die eigenen Stärken zu entdecken, ist entscheidend für eine erfolgreiche Zukunft. Eine Ausbildung im Handwerk bietet vielseitige, kreative Möglichkeiten und hervorragende Karrierechancen. Unsere Messe gab jungen Menschen die Gelegenheit, direkt mit Betrieben ins Gespräch zu kommen und die Vielfalt des Handwerks kennenzulernen.“
Praktische Erfahrungen sammeln
Weiter sagt er: „An allen Ständen konnten sie direkt praktische Erfahrungen sammeln - eine spannende und wertvolle Entscheidungshilfe. Zusätzlich stand unsere Berufsberatung bereit, um individuell zu unterstützen. Ich empfehle jedem Jugendlichen, Chance wie Messen dieser Art zu nutzen und sich persönlich beraten zu lassen. Es lohnt sich.“
Auch Dirk Strangfeld, Geschäftsführer Arbeitsmarktmanagement der Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen der Bundesagentur für Arbeit, sieht das Handwerk nicht nur mit Blick auf den Klimaschutz als wichtige Branche der Zukunft. Er empfiehlt den Unternehmen, in ihre Nachwuchssuche zu investieren.
Strangfeld sagt: „Gerade in diesem Jahr ist es wichtig für Unternehmen und Betriebe, verstärkt in die Ausbildung zu investieren. Junge Fachkräfte sind schon jetzt begehrt. Und kommendes Jahr fällt aufgrund der Umstellung von G8 auf G9 ein ganzer Abiturjahrgang aus. Unternehmen, die jetzt ihren Nachwuchs selbst ausbilden, sind künftig klar im Vorteil. Jungen Menschen bietet eine Ausbildung im Handwerk viele Vorteile. Handwerkerinnen und Handwerker werden dringend gebraucht, haben exzellente Jobchancen und eine sichere Zukunft mit zahlreichen Weiterbildungs- und Karrierechancen - etwa als Meisterin, Techniker oder mit einer Selbstständigkeit.“
Bewerbungen überall offen
Die Agentur für Arbeit betont, dass sich Jugendliche, die noch keinen Ausbildungsvertrag in der Tasche haben, sich noch überall bewerben können - sowohl im Handwerk als auch in anderen Branchen. Wichtig zu wissen ist, alles ist möglich, so auch im Handwerk. Nicht immer ist der Gang ins Studium die richtige Wahl. Eine abgeschlossene Ausbildung ebnet die Möglichkeit, den Weg in weitere Berufsfelder einzuschlagen. Die Agentur für Arbeit bietet bei der Suche nach dem richtigen Ausbildungsweg ihre Unterstützung an und empfiehlt stets eine persönliche Beratung - sei es für das Studium oder für eine duale Ausbildung.
Die Messe fand dieses Jahr zum vierten Mal statt. Da der Agenturbezirk Bochum und Herne umfasst, findet sie jeweils traditionell zur Woche der Ausbildung im Wechsel zwischen beiden Städten statt. Die Veranstaltung wird organisiert in Kooperation mit den Städten Bochum und Stadt Herne, der Regionalagentur Mittleres Ruhrgebiet, der Bochum Wirtschaftsentwicklung, den Jobcentern Bochum und Herne sowie der Handwerkskammer Dortmund.