
17. OGS-Frühjahrsakademie fand in der Claudiusschule statt
'Wir rocken extrem viel für unsere Kinder'
Rund 70 Mitarbeitende und Lehrkräfte von Offenen Ganztagsschulen (OGS) aus den Städten Herne und Bochum machten sich am Samstag (22.3.2025) auf zur Claudiusschule, um an der 17. OGS-Frühjahrsakademie teilzunehmen. Bei verschiedenen Workshops bekamen die Teilnehmer die Möglichkeit, ihr Fach- und Methodenwissen rund um die offene Ganztagsschule zu vertiefen und neue Impulse für ihre tägliche Praxis zu erlangen.
Denn die Mitarbeitenden aus dem OGS-Bereich stehen vor immer größer werdenden Herausforderungen. Neben dem im Jahr 2026 kommenden OGS-Rechtsanspruch, haben sie es immer noch mit fehlenden finanziellen Mitteln, Fachkräftemangel, zu wenig Plätzen und vielen Kindern, die alle ihre individuellen Bedürfnisse haben, zu tun.
Echter Teamspirit der Akteure
Doch mit Herausforderungen kennen sich die unterschiedlichen Akteure aus und setzen auf Zusammenarbeit. „Wir sind sowas wie ein Aquarium. Wir sitzen alle zusammen in einem Becken und niemand versucht, sich zu verstecken, sondern wir arbeiten auf allen Ebenen miteinander“, berichtete Schulamtsdirektorin Andrea Christoph-Martini schmunzelnd im Gespräch mit halloherne.

Weiter führte sie aus: „Wir haben einen echten Teamspirit und ich glaube, das ist an allen Schulen spürbar. Ich glaube, bei all den Herausforderungen rocken wir dennoch extrem viel für unsere Kinder.“
Dem kann Dr. Elke Jüngling vom Ev. Schulreferat Bochum, das neben der Caritas Herne, der AWO und dem Qualitätszirkel OGS der Stadt Herne den Tag organisiert, nur zustimmen. „Wir dürfen nicht vergessen, dass die Mitarbeitenden hier an einem eigentlich freien Samstag erscheinen. Wir erleben immer wieder ein hohes Maß an Motivation“, sagte Dr. Jüngling gegenüber halloherne.
Ferner erinnerte sie auch an den Welt-Down-Syndrom-Tag am Freitag (21.3.2025). Dafür brachte sie gleich mal zwei unterschiedliche Socken mit, um so auf die menschliche Einzigartigkeit hinzuweisen.
Fort- und Weiterbildungsangebot gibt es seit 2008
Seit 2008 gebe es dieses Fort- und Weiterbildungsangebot für die Lehrkräfte und Mitarbeitenden der OGS. „Das Angebot wurde vom Land NRW eingerichtet und ist ein sehr beliebtes Format bei unseren Teilnehmern. Da sie so auch untereinander in einen Austausch kommen“, meinte Anke Boß vom Ev. Schulreferat Bochum.
Martina Nissalk, Schulleiterin der Laurentiusschule und Mitglied im Qualitätszirkel, ergänzt im Gespräch mit halloherne: „Es ist ein Austausch in einem völlig druckfreien Raum und sämtliche Ebenen kommen zusammen.“
Viele Spaß und Gelächter

Wie druckfrei es ablief, zeigte sich auch in den unterschiedlichen Workshops. Im Workshop 'Spiel und Spaß in Bewegung' von Kelia Bienioßek vom Sportbildungswerk NRW taten sich beispielsweise Zweiergruppen für eine Bewegungs- und Gedächtnisübung zusammen. Die Teilnehmenden standen sich gegenüber und mussten in der ersten Runde abwechselnd von eins bis drei zählen.
Im weiteren Verlauf fiel das Zählen immer weiter weg, sodass in der letzten Runde nur noch gestampft, geklatscht und geschnippt wurde. Dies führte bei den Teilnehmenden zu viel Gelächter, weil das Einhalten der Abläufe mit viel Konzentration verbunden war und nicht immer eingehalten werden konnte.
Im Workshop von Karin Hafermalz ging es kreativer zu. Hier erprobten sich die OGS- Mitarbeitenden und Lehrkräfte an traditionellen Figurenbautechniken, die von südafrikanischen Puppenspielerinnen als Paradefiguren entwickelt und während der Ruhrtriennale 2024 vorgestellt wurden.
Auch in schwierigen Situationen positiv bleiben

Beim STEP-Training von Angelika Stauten-Eberhardt ging es für die Gruppenteilnehmer darum, herausforderndes Verhalten von Kindern besser zu verstehen und in positive Bahnen lenken. Souveränes Auftreten auch in schwierigen Situationen lernten die Teilnehmer beim Workshop von Gerlinde Wentzel.
Im Workshop 'Ein Tag voller Lebensfreude – Positive Psychologie als Kraftquelle für den OGS-Alltag' von Martina Salinger-Rost und Hubertus Salinger wurde es dann wieder etwas lauter. Neben praktischen Übungen stand das Lachen im Fokus. Denn die beiden wissen: Lachen ersetzt viele Heilmittel.
In der Mittagspause konnten sich die Teilnehmenden und Workshop-Veranstalter mit etwas Leckerem der Pizzeria Enzo stärken und am Ende des Tages stellte dann jede Gruppe ihre Workshops in der schuleigenen Turnhalle vor.